Europa kommt näher

Nach einigen Zwischenstopps in kleinen Fischerhäfen und dem Industriehafen Safi, wo es jeweils sehr ruppig beim Anlegen unserer BLUE NOSE zuging, sind wir nun im Royal Yachtclub von Mohammedia angekommen.
Die alten Autoreifen , die wir in Essaouira für stolze 50 Dirham erstanden hatten, um unser Boot vor Betonkaimauern und PS-starken Fischerbooten zu schützen, konnten wieder gegen unsere "hübschen" Bootsfender zurückgetauscht werden - eigentlich fand ich unser Schiff mit den Autoreifen viel "abenteuerlicher", aber hier gibt es normale Stege für Segelboote und sogar Duschen und europäische Klosetts.
Mohammedia, wenige Seemeilen nördlich von Casablanca gelegen, ist eine Universitätsstadt und der groesste Petrolhafen des Landes - Marokko verfügt abgesehen von Phosphat über keine eigenen Bodenschätze, so wird hier lediglich das Öl aus ölfördernden Ländern verschifft. Auch für uns ist die Armut dieses Landes überall spürbar geworden in den vergangenen drei Wochen.
Hier oben, fast im Norden Marokkos, werden europäische Akzente in der Lebenskultur deutlich sichtbar.
Während wir in Essaouria und Safi das Stauraumwunder von Tante-Emma-Läden und Basaren bewundern durften, gibt es hier, nur wenige Kilometer ausserhalb der Stadt einen Konsumtempel, gegen den der Multi-Markt in Hameln wie eine Bretterbude wirkt. Schwer zu erraten, wer es sich leisten kann, hier einzukaufen.
Dass das Taxi vom Hafen dorthin umgerechnet nur 1,80 € kostet, ändert nichts daran, dass die Taxifahrer dieses Shopping-Center nur von aussen kennen.
Lediglich einmal musste unsere gesamte Familie für die Neugierde auf "echte" marokkanische Küche mit einer kräftigen Magenverstimmung reagieren.